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Handbuch zur Lärmaktionsplanung: Silent City

Das kostenlose PDF-Handbuch will allen Beteiligten Hilfestellung für einen erfolgreichen und  effektiven Prozess der Lärmminderungsplanung geben.

Die Europäische Akademie für städtische Umwelt hat im Rahmen des vom UBA mit Mitteln des Bundesumweltministeriums geförderten Projekts „Silent City” ein Handbuch zur Lärmaktionsplanung erstellt. Dieses Handbuch hilft Kommunen, die Umgebungslärmrichtlinie effektiv umzusetzen.

Lärm kostet. 
Lärm verursacht Krankheiten, mindert die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden von Menschen, drückt Immobilienpreise, reduziert die Einnahmen von Kommunen und verursacht  jährlich Milliarden an Folgekosten. Auf europäischer Ebene wurde bislang versucht, die negativen Wirkungen von Lärm an der Quelle, durch gesetzliche Regelungen über die Schallleistungen von Emittenten zu mindern.

Kooperation. 
Ziel des Handbuches ist es, Städte bei der Aufstellung und auch bei der Umsetzung von Lärmaktionsplänen zu unterstützen und ihnen Hinweise für eine erfolgreiche Lärmminderung zu geben. Lärmaktionsplanung ist eine komplexe, querschnittsorientierte Aufgabe. Sie kann Auswirkungen auf andere Handlungsfelder wie Verkehrs- oder Bebauungsplanung oder auch Luftreinhaltung haben. Umgekehrt können diese Planungsfelder maßgeblich den Erfolg oder Misserfolg der Lärmminderungsplanung beeinflussen. Zudem ergibt
sich aus der Überlagerung der in der Umgebungslärmrichtlinie genannten Lärmquellen die Notwendigkeit zur Kooperation unterschiedlichster Akteure und Verantwortlichen bei der Aktionsplanung. Sie kann auch Auswirkungen außerhalb eines Planungsgebietes zeitigen - z.B. bei großräumigen Verkehrsumlenkungen - und die Einbeziehung weiterer Verwaltungen notwendig machen.

Hilfestellung. 
Das Handbuch ist kein Kochbuch und richtet sich nicht nur an die verantwortlichen Verwaltungen, meist die kommunalen Umweltabteilungen. Es will auch anderen Beteiligten Hilfestellung für einen erfolgreichen und möglichst effektiven Prozess der Lärmminderungsplanung geben. Dort wo es von der europäöischen Rechtslage abgeht oder darüberhinaus geht, handhabt es deutsches Recht. Die schränkt den Gebrauch aber andernorts kaum ein und macht es nur partiell durch lokale Vorschriften und Praxen ergänzungsbedürftig.

Öffentlichkeitsarbeit. 
Weit über den Anlass hinaus sind die Informationen über die Beteiligung der Öffentlichkeit und die Öffentlichkeitsarbeit nicht nur interessant sondern auch nutzbar.

Handbuch Silent City. 
Umgebungslärm, Aktionsplanung und Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Printfassung kann bei der Europäischen Akademie für städtische Umwelt bestellt werden. Margit Bonacker; Eckhart Heinrichs; Hanns-Uve Schwedler - 2008 UBA und Europäische Akademie für städtische Umwelt - Download Langfassung [3,85MB], kostenlos.


Frühe Hilfen in einem Netz zum Schutz von Kindern: "Werkbuch Vernetzung"

Aus aktuellen und durchaus auch traurigen Anläßen ist die Frage der Wirkung und Arbeit der Fürsorge und Fürsorgeinstistutionen, der Jugendwohlfahrt ins Gerede gekommen. Der oberflächliche Befund ist wohl der, dass Jugendwohlfahrt zu dirigistisch und obrigkeitsstaatlich - josefinisch verstanden wird von moderner vernetzter und vorausschauender Arbeit weit entfernt ist. Da kann das deutsche "Werkbuch Vernetzung" vielleicht ein paar Anregungen (er)bringen.

Wie es insgesamt acht Modellregionen in Deutschland gelungen ist, Familien durch eine bessere Vernetzung zwischen den Hilfseinrichtungen früher und zielgerichteter Unterstützung anzubieten, zeigt das 'Werkbuch Vernetzung'.

Frauenärzte, Hebammen, Kinderärzte, Schwangerschafts-Beraterinnen, Erzieherinnen, Arbeitsvermittler, Mitarbeiter der Jugendämter, Fachkräfte in der Eltern- und Familienbildung – sie alle arbeiten für das Wohl von Kindern und Familien, sind aber häufig nicht ausreichend vernetzt, um aus einzelnen Warnsignalen wie gesundheitlichen oder sozialen Problemen gemeinsam und nachhaltig die richtigen Hilfen zu entwickeln. "Ziel war es, passgenaue und lückenlose Angebote für die frühe Kindheit vorzuhalten und die bestehende Angebotsstruktur vor Ort zu optimieren und gegebenenfalls zu ergänzen", fasst Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, das Ziel des Projekts Guter Start ins Kinderleben zusammen, das er mit PD Dr. Ute Ziegenhain wissenschaftlich leitet. "Das hier vorgestellte Werkbuch Vernetzung ist das Ergebnis dieses Prozesses. Dabei ist ein niedrigschwelliger und nicht stigmatisierender Zugang zu frühen Hilfen wie etwa der über das Gesundheitssystem ein wichtiges Kriterium gelingender Vernetzung", so Fegert.

Modellstandorte. Erprobt wurde der Prozess an acht Modellstandorten in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Am Modellstandort Pforzheim betreut Norbert Könne, Leiter der Sozialen Dienste im Jugend- und Sozialamt der Stadt Pforzheim, der leider nicht wie geplant zum Pressetermin kommen konnte, das Projekt: "Durch den runden Tisch hat sich die Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen den Akteuren der Jugendhilfe und der Gesundheitshilfe konkret verbessert, man kennt sich und redet miteinander – statt übereinander." Aus der gestärkten Vernetzung entwickelte die Stadt konkrete Hilfsangebote, beispielsweise ein Babybegrüßungspaket und ein Familienhebammenkonzept.

Am Modellstandort Ostalbkreis beobachtete Dieter Fischer, Geschäftsbereich Jugend und Familie des Landratsamtes, eine teilweise euphorische Aufbruchstimmung, die zu vielen Verbesserungen führte: "Zugänge zu Schwangeren, Müttern, Vätern und Kindern konnten geschaffen werden, indem ihnen frühzeitig Information, Ermutigung, Unterstützung und Hilfe zugänglich gemacht werden konnte", berichtete Fischer. Die Fachkräfte, die die ersten Kontakte zu Familien haben, konnten darin unterstützt werden, mit Eltern über deren Bindungs- und Erziehungsverhalten ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben.

Herausgeber des Werkbuchs Vernetzung ist das Nationale Zentrum Frühe Hilfen, Autoren sind Wissenschaftler der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie.
Titel: Werkbuch Vernetzung - Modellprojekt "Guter Start ins Kinderleben"
Thema/Gegenstand: Chancen und Stolpersteine interdisziplinärer Kooperation  und Vernetzung im Bereich Früher Hilfen und im Kinderschutz
Broschüre, DIN A4, 287 Seiten

Inhalt/Abstract. Das "Werkbuch Vernetzung" enthält praktische Tipps zur Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitsdiensten. Die Arbeitshilfe richtet sich an Fachkräfte in Jugend- und Gesundheitsämtern, bei freien Trägern sowie an Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und diejenigen, die an Netzwerken Früher Hilfen beteiligt sind oder solche Netzwerke starten möchten. Erstellt wurde das Werkbuch vom Forschungsteam um Prof. Dr. Jörg Fegert und Privatdozentin Dr. Ute Ziegenhain an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm. Die Autorinnen und Autoren schildern ihre Erfahrungen aus dem Frühe Hilfen-Modellprojekt „Guter Start ins Kinderleben“. Dieses Projekt wurde in gemeinsamer Initiative der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen entwickelt. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen fördert die wissenschaftliche Evaluation des Modellprojekts im Rahmen des Aktionsprogramms „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Download:
22.2.11/25.9.11/